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Meer. Natur. Inspiration.

© Martin Herrmann

Krippenvorspiel – Ein Jahresrück-Vorausblick

· 20:00 Uhr
Stadtkulturhaus Ribnitz-Damgarten

Weihnachtliches Kabarett mit Martin Herrmann

Der Satiriker gilt als Romantiker, der an der Realität scheitert. Zum Beispiel an der Realität »Weihnachten«: Immer mehr Männer trennen sich von ihrer Partnerin kurz vor Weihnachten, weil sie nicht mehr wissen, was sie ihr schenken sollen. Schon der Vorsatz, etwas zu schenken, macht glücklich, sagt die Forschung. Schenken ist demnach durchaus egoistisch, aber nichts zu schenken ist auch keine Lösung: »Schatz ich bin heute mal kein Egoist…« Und tschüs.

Der Weihnachts-Herrmann kittet Partnerschaften mit neuen Geschenkideen. Positiv denken! Schon die heilige Familie war hochmodern: alter Vater, junge Frau und das Kind war nicht von ihm. Leise rieselt der Schmäh. Ein mindergiftiges Heissgetränk namens Glühwein heisst so, weil danach der Kopf glüht und der Besitzer weint. Still und starr.
Wenn am Ende der Sommerferien im Supermarkt der umgeschmolzene Osterhase die Vorweihnachtszeit einläutet, ahnen wir: bald ist es wieder soweit. Die Tage werden kurz, die Temperaturen fallen auf zehn Grad plus. Die Springflut wartet an Billigurlaubsstränden auf deutsche Weihnachtsverweigerer. Die Generation die uns das Klima kaputtgewirtschaftet hat, wartet auf Enkel. Daheimgebliebene warten auf das Fest der Liebe und der Freude. Der selten gewordene Generationenvertragspartner versucht, lebendige Weihnachtsmänner wegzuklicken – dann geht das Ritalin aus! An Weihnachten lernen sich die Familienmitglieder richtig kennen. Folge: eine beachtliche Anzahl an Eheverträgen wird nach Weihnachten vorzeitig gekündigt – wegen Weihnachten. Auswege zu zeigen, Lösungsvorschläge zu unterbreiten – das ist die Aufgabe vom hauptamtlichen Bescherer Martin Herrmann. »Morgen kommt der Weihnachts-Herrmann, kommt mit seinen Gaben…« und er trägt wieder hochkomische Dinge im Sack: politische Wettervorhersagen, bezaubernde Wortkombinationen, feinbitteres Liedgut, Tips und Tricks für die Beziehung und Geschenkideen, die immer funktionieren: vom analogen Verpixelungsprogramm für das eigene Gesicht bis zum politisch korrekten Geschenk-Panzer für Krisengebiete mit Mutterkindabteil und Entbindungsliege. Inclusion hat oberste Priorität: Das Schlachtfeld der Zukunft wird entweder barrierefrei, oder wir machen nicht mit.

Eintritt: 19 Euro

Kartenvorverkauf in der Tourist-Info Ribnitz, Am Markt 14, Tel. 03821 8934820

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Freitag, 27. November 2026

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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