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Meer. Natur. Inspiration.

© Magdalena Hunstein

Winterreise in einer Januarnacht

· 20:00 Uhr
Villa Papendorf

Stefan Hunstein, Rezitation, Hugo Siegmeth, Saxofone, Axel Wolf, Laute

»Winterreise in einer Januarnacht«

Franz Schubert meets jazz and baroque

Diese »Winterreise« ist anders. Hier singt niemand; der Text wird rezitiert. Und die Musik lässt Schuberts Themen und Motive zwar aufflackern, geht aber ganz frei mit ihnen um. Noch dazu mit völlig anderen Instrumenten! Kein Klavier, sondern verschiedene Arten von Lauten, dazu Tenorsaxophon, Sopransaxophon oder Bassklarinette. Eine ziemlich exotische Kombination! Und das auf der Folie eines der bedeutendsten Werke der klassischen Musik. Bringt das was?

Ja, es bringt was, sogar viel, wenn das Ergebnis so ist wie das hier vorliegende. Kein Ersatz, auch keine Alternative zu den großartigen Liedern Franz Schuberts über Wilhelm Müllers Gedichtzyklus schwebte den beiden Musikern Hugo Siegmeth (Blasinstrumente) und Axel Wolf (Lauten) sowie dem Schauspieler und Rezitator Stefan Hunstein hier vor, sondern eine Hommage an dieses tiefgründige Kunstwerk mit der manchmal schmerzhaft schönen Musik. Die Stationen dieser fesselnden Wanderung ins »Ich« schreiten die drei Interpreten hier auf eigene Art ab.

Um menschliche Existenz geht es in der »Winterreise«, um eine Neubestimmung der eigenen Position nach einem Rückschlag: Ein Abgewiesener, Ausgestoßener reflektiert sein Dasein, umgeben von Kälte und Dunkelheit. Axel Wolf und Hugo Siegmeth sind seit langem fasziniert von diesem Werk. Irgendwann stand dann fest: Sie würden die »Winterreise« gern in ihrer eigenen Musiksprache erzählen. Der Lautenist kommt von der Alten Musik, der Saxophonist vom Jazz. Aber gekonnt und mit viel Fingerspitzengefühl haben sie ihre musikalischen Welten einander angenähert.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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