Zum Inhalt springen

Meer. Natur. Inspiration.

© Ludwig Rauch

Susanne Kandt-Horn

· 11:00 Uhr · Kunsthalle Rostock

Eines Tages...

Nach den Ausstellungen zu Inge Jastram und Christin Wilcken 2024, sowie Kate Diehn-Bitt 2025 findet die von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der OSPA Stiftung geförderte Reihe »Wahrnehmung weiblicher Kunstpositionen in der DDR« mit Susanne Kandt-Horn 2026 ihren Abschluss.
Die im Usedomer Malerkreis wirkende Künstlerin entwickelte mit ihren kraftvollen, optimistischen Bildern einen eigenen unverkennbaren künstlerischen Stil. Über 150 Werke wurden für die bisher umfangreichste Werkschau zusammengetragen, um den künstlerischen Werdegang der in Eisenach geborenen Susanne Kandt-Horn (1914–1996) nachzuzeichnen. Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Betrachtung einer weiblichen Künstlerbiografie in der DDR mit all ihren Widersprüchen und Widrigkeiten. Aber auch aktuelle Fragestellungen etwa über den weiblichen nackten Körper bis hin zu Darstellungen von Menschen aus anderen Kulturen werden thematisiert.

Zu sehen sind Gemälde, Grafiken und Gobelins aus dem Zeitraum ihrer Übersiedlung 1954 nach Ückeritz auf Usedom bis hin zu den letzten Werken aus den 1990er-Jahren.

Mit Susanne Kandt-Horn nimmt die Kunsthalle Rostock eine Künstlerin in den Fokus, die in Mecklenburg-Vorpommern tätig war und die regionale Kunst- und Kulturlandschaft an der Ostsee geprägt und bereichert hat. Kuratiert wird die Ausstellung von der Kunstwissenschaftlerin Antje Schunke von der Kunsthalle Rostock.

Begleitend zur Ausstellung bietet die Kunsthalle Rostock ein umfangreiches Vermittlungs- und Bildungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Samstag, 10. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


Urlaubsmagazin bestellen Magazin online blättern