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Meer. Natur. Inspiration.

© Kunstmuseum Ahrenshoop

Künstlerkolonie und klassische Moderne in Ahrenshoop

· 11:00 Uhr · Kunstmuseum Ahrenshoop

Die neu gehängte Sammlungsausstellung demonstriert die Vielfalt künstlerischen Schaffens in Ahrenshoop und der ihm benachbarten Inselwelt.

Das Kunstmuseum Ahrenshoop bewahrt einen Bestand von über 1.000 Gemälden, grafischen Arbeiten und Skulpturen von Künstlerinnen und Künstlern, die in Ahrenshoop oder der umliegenden Küstenregion gelebt, gearbeitet oder regelmäßig als Sommergäste gewirkt haben.

In den regelmäßig neu konzipierten Sammlungspräsentationen werden Werke gezeigt, die die künstlerische Vielfalt in und um Ahrenshoop seit der Gründung der Künstlerkolonie eindrucksvoll widerspiegeln. Für die frühen Jahre stehen unter anderem Arbeiten von Elisabeth von Eicken, Anna Gerresheim, Paul Müller-Kaempf, Friedrich Wachenhusen und Hugo Richter-Lefensdorf exemplarisch.

Die Präsentation in Saal III trägt den Titel »Das stille Leben – Landschaftsanblicke und Landschaftsfantasien«. Im Zentrum des künstlerischen Erbes von Ahrenshoop steht insbesondere die Landschaftsmalerei. Kunsthistorisch knüpft sie an die Tradition der Freilichtmalerei von Barbizon sowie an die Weimarer Malerschule an, deren Impulse im späten 19. Jahrhundert auch die großen Akademien beeinflussten.

Für die Künstlerinnen und Künstler der Kolonie eröffnete sich im Arbeiten unter freiem Himmel ein besonderer Freiraum. Das natürliche Licht stellte für sie eine Verbindung zur Weite des Kosmos her und ließ die Dinge in einer Weise erscheinen, die sie als unverstellt empfanden. Diese durch das Himmelslicht geprägte Wahrnehmung zeigte sich in scheinbar unspektakulären Motiven, deren Unmittelbarkeit gerade ihre Überzeugungskraft ausmachte. Möglicherweise erklärt dies auch, warum das Meer, trotz der Lage Ahrenshoops an der Ostsee, kein dominierendes Sujet wurde. Zu stark war es noch mit dem Pathos höfischer Marinemalerei verbunden. Stattdessen fanden sich die zentralen Motive an seinen Rändern – in den ruhigen, kargen Szenerien von Strand, Dünen, Wiesen und Küstenwald.

Adresse

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Ebenfalls am Samstag, 10. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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