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Meer. Natur. Inspiration.

© Thomas W. Mücke

Zwischen Stettin und Königsberg

· 20:00 Uhr · Stadtkulturhaus Ribnitz-Damgarten

Dia-Vortrag mit Thomas W. Mücke

Die verdrängte deutsche Vergangenheit »Zwischen Stettin und Königsberg« kommt wieder ans Licht.

Die polnische Ostseeküste verwöhnt die Urlauber nicht nur mit einem wunderschönen Strand, sondern auch mit einem riesigen Angebot an Pensionen, Restaurants und Vergnügungsstätten.

Geschichtsträchtige Städte wie etwa Stettin, Kolberg, Danzig oder Elbingen erstrahlen teilweise wieder in altem Glanz und bezeugen, dass die Polen das Handwerk der Restaurierung bestens beherrschen. Masuren mit den vielen Seen, Wasserwegen und Wäldern ist ein Dorado für sich – hier wird das Schweigen zur Sprache. Auch das Gebiet Königsberg mit seinen rund eine Millionen Einwohnern haben wir seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion mehrfach besucht und sind immer wieder bass erstaunt, was hier sukzessive neu entsteht. Einst war das Gebiet, was vom Deutschen Orden mit dem Schwert christianisiert wurde, der östlichste Winkel Deutschlands und später der westlichste des Sowjetreiches.

Eintritt: 12 Euro zzgl. Vvk-Gebühr, Abendkasse 18 Euro

Karten erhältlich in der Tourist-Info Ribnitz, Am Markt 14, Tel. 03821 8934 820

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Freitag, 30. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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