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Meer. Natur. Inspiration.

© Thomas Mandt

So oder so ist das Leben

· 20:00 Uhr · Volkstheater Rostock, Kleine Komödie Warnemünde

Musikalische Zeitreisen / Folge 7 / Geschichten, Lieder und Chansons

Ich will alles. - Hildegard Knef war vieles: Schauspielerin, Sängerin, Schriftstellerin und vor allem Überlebenskünstlerin.
Sie liebte das Leben, stritt mit ihm, und wenn sie fertig war, schrieb sie ein Lied darüber. Die musikalische Zeitreise So oder so ist das Leben, benannt nach einem ihrer ikonischen Songs, folgt ihr durch die Jahrzehnte: durch die Schauspielschule im Staub Berlins, durch das grelle Licht Hollywoods bis in die verrauchten Clubs, in denen sie sich selbst erfand. Dabei entsteht eine schillernde Hommage und ein bewegtes Bild einer Künstlerin, die sich nie mit wenig zufriedengab.
Cindy Weinhold, musikalische Leitung und Regie, nähert sich der Knef nicht nur mit Nostalgie, sondern auch mit großer Neugier. Sie hört hin, wo der Applaus ausblieb, aber auch in die heiteren Momente, in denen ihr das Leben mit einem Lächeln konterte und selbst dem Scheitern noch Charme abgewann. In den Chansons findet sie Spuren von Witz, Trotz und Zärtlichkeit. Und eine Knef am Anfang ihrer Karriere bis zu ihren letzten Jahren, vom Exzess und von Krankheit gezeichnet, begleitet von den schönsten Liedern ihrer Zeit.
Ein Abend – mit den Schauspielerinnen Katrin Heller und Katharina Otte – der nicht nur erinnert, sondern lebendig macht, was von Hildegard Knef bleibt: ihre Stimme, ihr Mut, ihre unerschrockene Art, das Leben auszuhalten.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Freitag, 30. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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