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© Geschichtswerkstatt Rostock e.V.

Rundgang: »Wohnen, Arbeit, Handel: Rostocks Straßen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit« / Treff: Kröpeliner Tor

· 10:30 Uhr · Kröpeliner Tor

Eine thematische Führung durch die Rostocker Altstadt

Die meisten Straßen der Stadt pulsierten. Die Menschen lebten und arbeiteten hier, verkauften ihre Waren oder Dienstleistungen – auch an die Großkaufleute. Deren Fernhandel machte die Stadt groß, mächtig und reich, zu erkennen an den prächtigen Bürgerhäusern und repräsentativen Kirchen als Ausdruck ihres Glaubens sowie an den Hansekoggen im Hafen. Der Reichtum der Einen generierte aber die Armut der Anderen. Das brachte auch Konflikte mit sich.

Martin Eilitz führt durch einige dieser Straßen und erklärt jene vergangene Welt.

Die ca. 90minütige Führung kostet 5 Euro (ermäßigt 4 Euro) pro Person.

Treffpunkt ist das Kröpeliner Tor.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Samstag, 17. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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