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Meer. Natur. Inspiration.

© Theater Phoebus

Musikkabarett: Sibylla Schwarz – Meiner Feder edler Saft

· 20:00 Uhr · Kulturkaten "Kiek in"

Poetische Rebellion einer 17-jährigen

Die Barockdichterin Sibylla Schwarz (1621-1638) wurde nur 17 Jahre alt und hinterließ ein geniales poetisches Werk. Radikal, sinnlich, voller Wucht. Ihre Texte handeln von Liebe, Krieg, Mythologie und Aufbegehren – und klingen heute so unmittelbar wie vor 400 Jahren.

Die Schauspielerin Josefine Schönbrodt verkörpert Sibylla Schwarz als junge Frau mit Durchblick und ungezügelter Wortgewalt. Aus barocken Gedichten werden intensive Monologe, emotionale Songs und poetische Explosionen. Jan Maria Meissner erschafft live dazu einen pulsierenden Sound zwischen Jazz, Pop, HipHop und experimenteller Musik. Filigrane Melodien kippen in rohe Klangflächen, zarte Verse treffen auf treibende Beats.

So entsteht ein atmosphärischer Abend zwischen Konzert, Theater und Sprachrausch: barocke Poesie in elektrischer Gegenwart. Sibylla Schwarz – die »pommersche Sappho« – erscheint hier als das, was sie war: Eine starke feminine Präsenz in einer männlich dominierten Welt und ihrer Zeit weit voraus.

Kartenvorverkauf in der Tourist-Information Prerow oder online unter www.reservix.de

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Freitag, 23. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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