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Meer. Natur. Inspiration.

© Alena Schmick

Matthias Nawrat: »Das glückliche Schicksal«

· 19:00 Uhr · Literaturhaus Rostock

Lesung & Gespräch | Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)

1983: Die junge polnische Psychologin Wanda Karłowska reist nach Venedig, um den dort im Exil lebenden Henryk Mrugalski zu seiner Forschung zu befragen. Oder ist es ein Verhör, bei dem sich Mrugalski, einst Gulag-Häftling, später Kollaborateur, der Verantwortung entzieht? Nawrats Roman führt uns tief hinein in die jüngere europäische Geschichte -auch jenseits des Wirkungskreises der SED. Denn im gesamten Ostblock kannte man das Leben mit mehreren Wahrheiten, den eigenen Täter- und Opfer-Geschichten, die gleichzeitig und voreinander Versteck spielend im Inneren ausharren. Nawrat folgt zwei Generationen auf ihrem Weg zu den Fragen, vor die das Menschsein uns stellt: Wem kommen wir nah? Wie können wir verantwortlich leben? Wie hängen, wenn Geschichte und Bürokratie über unser Schicksal bestimmen, Glück und Moral zusammen?

Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, emigrierte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg und lebt heute in Berlin. Sein Werk wurde viele Male ausgezeichnet, unter anderem mit der Alfred Döblin-Medaille, dem Literaturpreis der Europäischen Union sowie dem Fontane-Literaturpreis 2023.

Adresse

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Ebenfalls am Donnerstag, 12. November

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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