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Meer. Natur. Inspiration.

© Foto von Haley Parson auf Unsplash

Lyrikbuche

· 10:00 Uhr · Konzertpavillon im Rhododendronpark Graal‑Müritz

Graal‑Müritz war Kafka und Kästner ein Ort der Ruhe – heute wird unter der Lyrikbuche im Rhododendronpark das Gedicht zum Gespräch.

Die Lyrikbuche

Die Lyrikbuche macht den Rhododendronpark zum Treffpunkt für alle, die Gedichte lieben, sie schreiben oder damit beginnen wollen. Unter dem weit ausladenden Dach einer Rotbuche kommen Einheimische und Gäste mit Autorinnen und Autoren zusammen. Sie tragen Gedichte vor, lesen und besprechen Texte und prüfen das Geschriebene auf seinen Kern.

Damit setzt die Lyrikbuche eine Tradition fort: Graal‑Müritz war Rückzugsort und Inspirationsquelle für Schriftsteller wie Franz Kafka, Erich Kästner, Hans Fallada und Ulrich Grasnick.

Treffpunkt ist jeden zweiten Mittwoch um 10 Uhr der Konzertpavillon im Rhododendronpark, Zarnezweg, 18181 Graal‑Müritz. Sie sind herzlich willkommen, gern mit Ihrem Lieblingsgedicht oder eigenen Versen.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Mittwoch, 14. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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