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Literarischer Abend zu Albert Einsteins Sommeraufenthalten in Ahrenshoop

· 19:00 Uhr · Kunstmuseum Ahrenshoop

Die Autorin Kristine von Soden widmet sich an diesem Abend dem genialen Denker Einstein sowie dem wunderschönen Ostseebad Ahrenshoop.

Albert Einstein verbrachte zwischen 1918 und 1921 mehrfach erholsame Tage in Ahrenshoop. Der Physiker genoss die ungestörte Idylle und fiel durch seinen entspannten Lebensstil

Albert Einstein fühlte sich in Ahrenshoop, der einstigen Künstlerkolonie, am wohlsten barfuß oder in Sandalen, unauffällig und bescheiden, mit Rucksack am Strand unterwegs, auch seine Geige hatte er im Gepäck. Der gebürtige Württemberger bevorzugte einfache Kost wie Petersilienkartoffeln, Fisch und selbst gesammelte Pilze. Dazu gab es Tee, Alkohol trank Einstein kaum.

Für eines indes schwärmte der Nobelpreisträger für Physik: »Erdbeerschnee«, angerührt aus Sahne und Erdbeeren, zum Dessert. Auch Erdbeeren pur, die er »pfundweise« verputzt haben soll. Dr. phil. Kristine von Soden zeichnet anhand von Briefen und Anekdoten ein schillerndes Porträt des Eigenbrötlers und Seglers in Ahrenshoop und weiteren Ostseebädern in den 1920er Jahren, bis zu seinem erzwungenen Abschied aus Deutschland 1932 als verfolgter Jude und Pazifist.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Samstag, 17. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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