Zum Inhalt springen

Meer. Natur. Inspiration.

© Kunstmuseum Ahrenshoop

Frauen der Künstlerkolonie

· 10:00 Uhr
Kunstmuseum Ahrenshoop

Diese Ausstellung ehrt die Frauen der Künstlerkolonie, die sich dem Gesellschaftlichen Druck aussetzen mussten, um ihre Leidenschaft sichtbar zu machen.

Über viele Jahre blieben sie im Hintergrund – die Malerinnen der Künstlerkolonie Ahrenshoop. In der ihnen gewidmeten Sammlungsausstellung wird beleuchtet, wie unterschiedlich die Lebenswege dieser Frauen verliefen und welchen Hindernissen sie sich in der Zeit um 1900 stellen mussten. Die Ausstellung erzählt von ihrer Begabung, ihrem Durchhaltevermögen und ihrem Kampf um Sichtbarkeit. Zwischen familiären Erwartungen, gesellschaftlichen Zwängen und künstlerischen Ambitionen gingen zahlreiche Talente beinahe verloren – und doch haben diese Künstlerinnen bleibende Spuren hinterlassen.

Die Schau im Kunstmuseum Ahrenshoop entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Lukas.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Samstag, 5. Dezember 2026

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


Urlaubsmagazin bestellen Magazin online blättern