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Meer. Natur. Inspiration.

© Bundesarchiv/Stasi-Unterlagen-Archiv

Einer Diktatur auf der Spur

· 15:00 Uhr
Stasi-Unterlagen-Archiv Rostock

Führung im Stasi-Unterlagen-Archiv

Im Jahr 1988 wollte die 19-jährige Sylke Glaser ihre Kritik an den politischen Verhältnissen in der DDR äußern. Sie verteilte selbstgemachte Flugblätter und schrieb anonym Briefe an Partei- und Staatsfunktionäre. Die Stasi verhaftete und verhörte sie. Sylke Glaser wurde schließlich wegen »mehrfacher öffentlicher Herabwürdigung« zu 15 Monaten Freiheitsentzug verurteilt.

Tausende ähnliche Schicksale finden sich in den Beständen des Rostocker Stasi-Unterlagen-Archivs. Sie bilden die Überlieferung der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung Rostock. Beim Rundgang durch das Archiv erfahren Sie Details zur Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei und zu den regionalen Besonderheiten der Rostocker Stasi-Unterlagen. Sie dokumentieren, wie tausende Menschen, aber auch die maritime Wirtschaft überwacht wurden und Fluchten über die Seegrenze verhindert werden sollten.

Der Eintritt ist frei.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Mittwoch, 4. November 2026

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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