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Meer. Natur. Inspiration.

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Autorenlesung

· 16:00 Uhr · Fischlandhaus Wustrow

Barbara Boy: »Wünschewerfer«

Gerlinde Steube stellt ihren neuen Roman »Wünschewerfer« vor.

1990. Jahrzehntelang war es Gemmas geheimster Wunsch gewesen, Ost-Deutschland zu verlassen. Plötzlich konnte jeder die vormals scharf bewachte Grenze zum Westen gefahrlos überqueren. Doch nun war ihr das überraschend schwergefallen. Sie fühlte sich wie ein Harlekin mit einem lachenden und einem weinenden Auge, der auf einem hohen Drahtseil mit 3 zusammengeknüllten Wunschzetteln jonglierte. Es war ein schwieriger Balanceakt, dabei gleichzeitig die Seiten zu wechseln. Der Ausgang war ungewiss.

Der Roman bildet den Abschluss einer Trilogie über eine ostdeutsche Akademikerfamilie. Nach den Jahren vor dem Mauerbau und dem Leben in der DDR erzählt Barbara Boy nun vom Neubeginn nach der Wende, mit Hoffnungen, Missverständnissen, Rückschlägen und glücklichen Zufällen, die den Alltag zwischen Ost und West prägten. Durch den offen autobiographischen Hintergrund und eingearbeitete Originaldokumente gewinnt die Geschichte eine besondere Authentizität, ohne ihren humorvollen Ton zu verlieren.

Der Eintritt ist frei.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Samstag, 28. November

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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