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Meer. Natur. Inspiration.

© Valeria Mitelman

Anna Schapiro: »Fühlen Sie sich wie zu Hause, aber vergessen Sie dabei nicht, dass Sie zu Gast sind«

· 19:00 Uhr · Literaturhaus Rostock

Lesung & Gespräch im Rahmen der Jüdischen Kulturtage | Moderation: Jens Lippert (RISSE/Literaturhaus Rostock)

Keine Familiengeschichte kommt ohne Lücken aus. Wie bleibt man in Kontakt miteinander und mit den gemeinsamen Wurzeln, wenn Familien das Land verlassen und sich über Kontinente hinweg verstreuen?
Auf der Beerdigung ihrer legendären Großmutter Sweety beschließt Anna, sich auf die Suche nach den unerzählten Geschichten ihrer Familie zu machen. Mit einem Aufnahmegerät im Gepäck reist sie nach New York und Boston, nach Arad und Haifa und besucht entfernte Verwandte, Studienkollegen und Freundinnen der Großeltern. In fremden Küchen, in kleinen Wohnzimmern und großen Pflegeheimen ist sie ganz Ohr: Jede Geschichte, die ihr anvertraut wird, handelt von Abschied, Auswanderung und den vielen verschiedenen Arten des Ankommens. Jedes Gespräch bezeugt den einzigartigen Lebensweg eines einzelnen Menschen. Und doch teilen sie alle Annas Geschichte und bilden den Stoff eines Epochenromans sowjetisch-jüdischen Lebens im 20. Jahrhundert.

Anna Schapiro, 1988 in Moskau geboren, kam 1992 mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie studierte Bildende Kunst in Dresden und Jewish Studies in Stockholm. Arbeits- und Stipendienaufenthalte brachten sie u.a. nach New York, Warschau, London, Mexiko. Sie stellt international aus und lehrt an verschiedenen Universitäten und Hochschulen. Schapiro war Co-Kuratorin der Ausstellung »Klassenfragen – Kunst und ihre Produktionsbedingungen« (2022) in der Berlinischen Galerie sowie Gründerin und Mitherausgeberin des Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart.

Vvk.: 8 € zzgl. Gebühr im Pressezentrum/bei mvticket.de, AK: 12 €

Erm. 5 € für Mitglieder im Literaturhaus Rostock e.V., Schüler:innen, WarnowPass-Inhaber:innen, Schwerbeschädigte und Inhaber:innen einer Ehrenamtskarte MV – wir bitten um Anmeldung unter reservierung (at) literaturhaus-rostock(dot)de

Kulturticket für Studierende der Universität Rostock, der hmt Rostock sowie der FH Wismar – wir bitten um Anmeldung unter reservierung (at) literaturhaus-rostock(dot)de

Ort: Literaturhaus Rostock (im Peter-Weiss-Haus), Doberaner Str. 21, 18057 Rostock

Eine Kooperationsveranstaltung der Jüdischen Gemeinde Rostock und des Literaturhauses Rostock im Rahmen der Jüdischen Kulturtage 2026 in Rostock

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Donnerstag, 5. November

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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