Dies ist ein externer Link. Die Seite wird in einem neuen Fenster geöffnet. Für die Inhalte fremder Websites sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich; eine Haftung übernehmen wir nicht.
Künstlerinnen des Deutsch-Ukrainischen Zentrums Rostock e.V. zeigen ein umfangreiches Kunstprojekt zu Kunst HEUTE MV 26 10.10.2026 Ausstellung und Lesung| 14-20 Uhr
Was wir nicht sagen – Geschichten, die unter der Haut leben Künstlerinnen des Deutsch-Ukrainischen Zentrums Rostock e.V.
Olha Cheremushkina – Body Art Lesia Ivanenko – Fotografie Oleksandra Yakymenko, Vira Momot, Lesia Ivanenko, Tetiana Didur, Everest Girard – literarische Texte Was wir nicht sagen Geschichten, die unter der Haut leben
Der weibliche Körper gehört zu den sichtbarsten Bildern unserer Gesellschaft. Er wird betrachtet, bewertet, idealisiert und kommentiert. Über Schönheit, Alter oder äußere Erscheinung wird offen gesprochen. Weit weniger sichtbar bleiben jedoch jene Erfahrungen, die sich im Körper einschreiben: Sehnsucht, Einsamkeit, Begehren, Verletzlichkeit, Verlust, Scham oder die Angst, kostbare Lebenszeit zu verlieren.
Das Projekt »Was wir nicht sagen« widmet sich diesem Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Es fragt, warum es uns leichter fällt, über den weiblichen Körper zu sprechen als über die Erfahrungen, Erinnerungen und Gefühle, die in ihm leben.
Ausgangspunkt des Projekts sind Geschichten von Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft. Krieg, Flucht und Migration bilden dabei einen Teil dieser Erfahrungen, stehen jedoch nicht allein im Mittelpunkt. Das Projekt sucht nach dem, was Frauen unabhängig von Herkunft, Generation oder Lebensgeschichte verbindet. Idee
Gesammelt werden Geschichten über das, worüber häufig geschwiegen wird: über Nähe und Distanz, Intimität und Sexualität, das Älterwerden, Einsamkeit, verlorene Zeit, unerfüllte Beziehungen und den Wunsch nach einem Neuanfang. Die zentrale Frage lautet: Warum fällt es unserer Gesellschaft leichter, den weiblichen Körper zu betrachten, als den Geschichten zuzuhören, die in ihm leben?
Installation Das Projekt verbindet Literatur, Body Art, Fotografie und Video zu einer gemeinsamen künstlerischen Installation. Die Body-Art-Arbeiten von Olha Cheremushkina verstehen den Körper nicht als Objekt der Betrachtung, sondern als Träger von Erinnerung, Identität und Erfahrung. Der bewusste Einsatz des nackten Körpers dient weder der Provokation noch der Erotisierung. Er eröffnet einen Raum für Fragen nach Verletzlichkeit, Intimität, Sexualität, Scham, Begehren und persönlicher Freiheit.
Der Entstehungsprozess wird filmisch begleitet. Parallel entwickelt Lesia Ivanenko eine fotografische Serie, die Fragmente eines Lebens zeigt: bemalte Haut, Hände, Rücken, Haare, Stoffe sowie alltägliche Gegenstände – ein leeres Kopfkissen, ein Mobiltelefon mit ungelesenen Nachrichten, Räume des Wartens und Spuren menschlicher Anwesenheit.
Literatur Aus den gesammelten Geschichten entsteht ein Zyklus literarischer Texte – Gedichte, innere Monologe, Miniaturen, Briefe und digitale Dialoge. Die Texte illustrieren die Ausstellung nicht. Sie bilden eine eigenständige künstlerische Ebene und treten in einen Dialog mit Fotografie, Body Art und Video.
Ausstellung Die Ausstellung versteht sich als Erfahrungsraum. Körper, Bild, Sprache und Bewegung begegnen sich gleichzeitig und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerung, Identität und weibliche Erfahrung. Zur Eröffnung findet eine literarisch-performative Lesung statt. Texte, Fotografien, Video und der bemalte Körper verschmelzen zu einem gemeinsamen künstlerischen Ereignis. Reflexion »Was wir nicht sagen« versteht Kunst nicht als Antwort, sondern als Einladung zum Dialog. Die Ausstellung fragt danach, welche Erfahrungen sichtbar werden dürfen und welche bis heute verborgen bleiben. Sie lädt dazu ein, über Weiblichkeit, Intimität, Sexualität, Alter, Migration und persönliche Erinnerung neu nachzudenken.