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Meer. Natur. Inspiration.

© Mirco Dalchow

STUDENTISCHER DOPPELABEND

· 20:00 Uhr · Compagnie de Comedie, BÜHNE 602

Theater-Studierende der hmt Rostock präsentieren an diesem Abend zwei eigenständige Theaterproduktionen, die im Rahmen ihres Studiums entwickelt und bereits beim Urknall-Festival der hmt Rostock aufgeführt wurden.

KASPAR

Nach Peter Handke
Regie: Magdalena Petermann
Mit Charlotte Menne, David Zaldivar Hanke, Frizzi Böhlig und Philipp Schnellbächer

»Schon hast du einen Satz, mit dem du dich bemerkbar machen kannst. Du hast einen Satz, mit dem du dir selber schon alles sagen kannst, was du anderen nicht sagen kannst. Du kannst dir selber erklären, wie es um dich steht.«

In der Inszenierung von Peter Handkes »Kaspar« bringen vier Spieler*innen einander zum Sprechen und werden zum Sprechen gebracht. Handkes Stück nimmt Bezug auf die historische Figur des Kaspar Hauser, der 1828 als junger Mann in Nürnberg auftauchte und kaum über sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten verfügte. Die Inszenierung untersucht, wie Sprache den Menschen formt und ihn der gesellschaftlichen Ordnung unterwirft. Dabei akzentuiert sie die sprachliche Präzision des Textes und verbindet sie mit performativen Elementen und Musik.

DIE KLEINBÜRGER NACH MAXIM GORKI – EIN VERRISS!!!

Sie sind begeisterte Gorki-Stück-Liebhaber*innen? Spannend. Maxim Gorki, der Bittere (eigentlich Alexei Maximowitsch Peschkow) war ein russischer Schriftsteller und nach Betrachtung seiner Lebensumstände, wird deutlich das sein Leben bitter war, was er teilweise in seinen Stücken abgebildet hat. In einem reizüberflutenden 35 Aufzüge langem Rausch, inszeniert und gespielt von Johann Christian Gomolka und Julia Pingel stürzen wir uns teilweise in die Geschichte von Gorkis Kleinbürger, bringen der unruhigen Seele Gorkis einen Ruhepunkt und etwas Belustigung, oder nicht? Ein Abend um die Kontroversen von Arm vs. Reich, Jung vs. Alt, Minimalismus vs. Maximalismus, sowie Sprechtheater vs. Performatives Theater zu verhandeln und aufzuzeigen.

Es spielen: Julia Pingel und Johann Gomolka
Regie: Johann Gomolka und Julia Pingel
Bühne und Kostüm: Julia Pingel und Johann Gomolka
Dramaturgie: Johann Gomolka und Julia Pingel
Licht und Ton: Julia Pingel und Johann Gomolka
Visuals: Johann Gomolka und Julia Pingel

Reservierungen: 0381/ 203 60 84
Kartenvorverkauf in der BÜHNE 602
Warnowufer 55, 18057 Rostock
Mo – Fr von 10:00–12:00 Uhr
Fr von 14:00–18:00 Uhr
(Keine Kartenzahlung möglich)

oder Online:

www.mvticket.de/b602shop

Die Theaterkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Freitag, 20. November

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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