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Meer. Natur. Inspiration.

© André Pristaff / TuK

Sonntagskaffee und Buch: Literarisches Graal‑Müritz »Spurensuche am Meer«

· 16:00 Uhr · Haus des Gastes Graal‑Müritz

Wo Dichter zu Gästen wurden, Geschichten ihre Spuren hinterließen und das Meer zum literarischen Schauplatz wurde: eine Spurensuche durch das literarische Graal‑Müritz.

Ein bebilderter Vortrag von Susanne Graf über die Geschichte des Ortes und seine berühmten Gäste

Kaum ein anderer Ort an der Ostseeküste kann auf eine vergleichbare literarische Vergangenheit zurückblicken wie Graal‑Müritz. Schriftsteller wie Franz Kafka, Hans Fallada, Erich Kästner und Kurt Tucholsky verbrachten hier Zeit und hinterließen ihre Spuren.

Begeben Sie sich mit Susanne Graf auf eine literarische Spurensuche, entdecken Sie die Geschichte des Ortes und erfahren Sie mehr über die berühmten Gäste, die Graal‑Müritz einst besuchten.

Eintritt frei

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Sonntag, 25. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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