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Meer. Natur. Inspiration.

© Uwe Boosmann

»Röhrentod und Bandsalat« – Musikalisch-literarischen Buchpräsentation

· 19:00 Uhr · Ehm Welk-Haus

Lesung mit Rolf Barkhorn Schallplattenunterhalter, wie die Diskjockeys in der ehemaligen DDR offiziell hießen, mussten gut organisieren und vor allem auch improvisieren können. Ihre Kreativität war besonders gefragt beim Ausfüllen der AWA-Titellisten.

Schallplattenunterhalter, wie die Diskjockeys in der ehemaligen DDR offiziell hießen, mussten gut organisieren und vor allem auch improvisieren können. Ihre Kreativität war besonders gefragt beim Ausfüllen der AWA-Titellisten. Dabei wurde gelogen, dass sich die Balken bogen. Denn das staatlich verordnete Verhältnis von 60:40 (Ostmusik : Westmusik) wurde von den Alleinunterhaltern allenfalls in der Prüfungsdisco für die Lizenz-Einstufung real umgesetzt. Auch das Ostpublikum tanzte bei seinen Partys in sozialistischen Kulturhäusern und Jugendclubs viel lieber nach Westmusik.

Buchautor Rolf Barkhorn war selbst seit 1974 über vier Jahrzehnte als Schallplattenunterhalter im Einsatz. In seinem autobiografisch geprägten Buch »Röhrentod & Bandsalat« nimmt er die Leser mit auf eine Zeitreise in den Alltag auf und hinter der Discobühne im »real existierenden Sozialismus«.

Bei der literarisch-musikalischen Präsentation seines 2019 erschienen Buches liest Rolf Barkhorn Passagen daraus vor und stellt dem Publikum einige Musiktitel aus den 1970er Jahren vor, die ihn in jener Zeit begleitet haben.

Der Literaturverein lädt herzlich zu einem »Erinnerungsabend« ins Ehm Welk-Haus ein.

Adresse

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Ebenfalls am Donnerstag, 29. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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