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Meer. Natur. Inspiration.

© Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten

Kaffee & KI

· 14:00 Uhr · Bibliothek Ribnitz

Künstliche Intelligenz gehört zweifelsfrei zu den spannendsten, aber auch umstrittensten Entwicklungen unserer Zeit. Der rasante Fortschritt sorgt mittlerweile für wachsende Unsicherheit – selbst führende Entwickler geben zu, die Technologie nicht mehr vollständig kontrollieren zu können. Diese Dynamik weckt unweigerlich literarische Erinnerungen: Sie erinnert an Mary Shelleys »Frankenstein«, wo sich die Kreatur gegen ihren Schöpfer wendet, oder an Goethes berühmten »Zauberlehrling« und dessen verzweifelten Ausruf: »Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.« Neben den ethischen Fragen wiegt auch die ökologische Last schwer: Der Ressourcenverbrauch von KI-Rechenzentren ist gigantisch und steigt unaufhörlich. Allein das Training von GPT-4 verschlang rund 600 Millionen Liter Wasser. Im Jahr 2025 verbrauchten alle Rechenzentren weltweit etwa 450 Terawattstunden Strom – im globalen Vergleich entspräche das dem elften Platz der stromhungrigsten Länder. Hinzu kommen massive gesellschaftliche Herausforderungen durch Urheberrechtsverletzungen, täuschend echte Deepfakes und die rasante Verbreitung von Falschinformationen. Je weiter diese Technologie voranschreitet, desto dringlicher werden die zentralen Fragen unserer Zukunft: Ist KI Fluch oder Segen? Birgt sie reale Gefahren für die Menschheit? Arbeiten wir bald nur noch für die Maschinen und entzieht uns die KI am Ende gar die Lebensgrundlage? Diese und weitere spannende Fragen möchten wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren.

Die Plätze sind begrenzt, daher bitten wir um Anmeldung

Infos & Anmeldung:

Stadtbibliothek Ribnitz-Damgarten, Im Kloster 4, 18311 Ribnitz-Damgarten

Tel.: 0 38 21–89 34 52 0

bibliothek@ribnitz-damgarten.de

www.bibliothek.ribnitz-damgarten.de

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Freitag, 6. November

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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