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Meer. Natur. Inspiration.

© Wolfram Vormelker

Hedwig Holtz-Sommer

· 11:00 Uhr · Kunsthalle Rostock

Auf das Menschliche kommt es an...

Mit der Ausstellung widmet die Kunsthalle Rostock einer Künstlerin der dritten Generation der Ahrenshooper Künstlerkolonie eine Einzelausstellung.
Hedwig Holtz-Sommer (1901–1970) siedelte sich 1934 in Wustrow auf dem Fischland an. Sie wurde zunächst mit eindringlichen Porträts bekannt. Später entstanden vorrangig fein nuancierte Aquarelle der Landschaft um Wustrow, farbenprächtige Blumenstillleben und sensible Darstellungen von Menschengruppen. Besonders hervorzuheben sind ihre Zeichnungen und Illustrationen: In ihrer Reduktion entfalten sie eine eindrucksvolle Klarheit und Ausdrucksstärke.
Die Ausstellung zeigt rund 80 Werke aus verschiedenen Schaffensphasen und spürt der Entwicklung einer Künstlerin nach, deren Lebensweg sich vom deutschen Kaiserreich bis in die DDR spannt. Sie stand nicht nur im Dialog mit der Natur und den Menschen in ihrer Umwelt, sondern auch mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen ihrer Zeit. Neben Leihgaben werden erstmals zahlreiche Papierarbeiten aus dem Bestand der Kunsthalle Rostock präsentiert.
Anlass der Retrospektive sind neue Forschungsergebnisse, die im November 2025 in einer umfangreichen Biografie veröffentlicht wurden. Diese ermöglichen einen frischen, vertieften Blick auf Holtz-Sommers Werk und bringen bislang weitgehend unbekannte Aspekte ihres Lebens und ihrer künstlerischen Arbeit ans Licht.

Adresse

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Ebenfalls am Samstag, 10. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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