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© Kur- und Tourismusbetrieb Ostseebad Prerow

Danuta Schmidt im Gespräch mit Florentine Anders – Die Allee

· 20:00 Uhr
Kulturkaten »Kiek in«

Danuta Schmidt im Gespräch mit der Journalistin Florentine Anders über ihr biografisches Buch »Die Allee«, ihren Großvater Hermann Henselmann und die Großfamilie des bekanntesten Architekten der DDR und Chefs der Berliner Bauakademie.

Henselmann entwarf von den Aufbaujahren der DDR bis in die Siebziger u.a. Wohnhäuser, Kulturhäuser in Städten und auf dem Land, Wohnsiedlungen und moderne Hochhäuser wie das Hochhaus an der Weberwiese, den Uni-Riesen in Leipzig oder den bekannten Jentower in Jena. In Sassnitz baute er eine Grundschule, die heute unter Denkmalschutz steht. Seine Handschrift wird vor allem mit der Stalinallee (heutige Karl-Marx-Allee) in Verbindung gebracht. Auch die Kugelform des Fernsehturms, des höchsten deutschen Bauwerkes, geht auf sein Entwurfskonto. Sozialistischer Klassizismus, Zuckerbäckerstil, Postmoderne, Ostmoderne? Im Gespräch geht es weniger um Zuordnungen oder Deutungen, sondern vor allem um das wertvolle Kulturerbe, das Henselmann und Co. Deutschland hinterlassen hat.

Kartenvorverkauf in der Tourist-Information Prerow oder online unter www.reservix.de

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Ebenfalls am Donnerstag, 15. Oktober 2026

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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