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Sebastian Braun: »Ich staune, dass Sie in dieser Luft atmen können« – Heimatpraktiken und -gefühle in jüdischen Gemeinden an Rhein und Ruhr nach 1945

· 18:30 Uhr · Max-Samuel-Haus Rostock

Vortrag

Im Rahmen der 10. Jüdischen Kulturtage vom 25. Oktober bis 8. November 2026 in Kooperation mit dem Förderverein des Max-Samuel-Hauses e.V.

Nach 1945 war es alles andere als selbstverständlich, dass jüdische Überlebende einen Neuanfang im »Land der Täter« wagten.
Umso notwendiger erscheint es danach zu fragen, »wie« und »warum« einige wenige Überelebende jüdisches Gemeindeleben im Nachkriegsdeutschland wiederaufbauten. 

Am Beispiel jüdischer Gemeinden des Ruhrgebiets untersucht Sebastian Braun wie sich Jüdinnen und Juden nach der Shoah wieder beheimateten und welche Gefühle mit einem Neuanfang verbunden waren. Auf Basis historischer Dokumente versucht er Motive und Gefühle zu rekonstruieren und gibt Einblicke in seine bisherigen Forschungsergebnisse.

Sebastian Braun hat Germanistik und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen studiert. Von 2018 bis 2020 arbeitet er als wissenschaftlicher Volontär im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und anschließend im Jüdischen Museum Westfalen. Seit 2022 ist er wissenschaftlicher Mitarabeiter und Doktorand am Arbeitsbereich »Geschichte und ihre Didaktik« an der Bergischen Universität Wuppertal.

Adresse

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Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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