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Meer. Natur. Inspiration.

© Jörg Herrmann

Film und Vortrag im LiWu (Frieda 23): »Ungehorsam als Tugend – Das Wehrmachtsgefängnis Anklam und die Militärjustiz im Dritten Reich«

· 19:00 Uhr · LiWu Rostock, Frieda 23

Filmvorführung und Gespräch mit Jörg Herrmann

Ungehorsam als Tugend – Das Wehrmachtsgefängnis Anklam und die Militärjustiz im Dritten

Reich

Ohne die Wehrmachtsjustiz im Zweiten Weltkrieg hätte der Eroberungs- und Vernichtungskrieg der Nazis kaum so lange andauern können. Ungefähr 25.000 vollstreckte Todesurteile – eine Bilanz, die selbst das Wirken des Volksgerichtshofes und der Sondergerichte in den Schatten stellt.
Steinerner Zeuge dieses dunklen Abschnitts ist das ehemalige Wehrmachtsgefängnis in Anklam. Bis zu 15.000 Häftlinge – mindestens 134 von ihnen wurden hingerichtet – durchlitten hier schwere Zeiten.
Der Dokumentarfilm beleuchtet dieses lange unter den Teppich gekehrte Kapitel. Und das Thema ist immer noch aktuell: Erst im September 2009 hat der Bundestag die Urteile wegen »Kriegsverrats« als Unrecht aufgehoben, und nicht zuletzt angesichts der zunehmenden Auslandseinsätze der Bundeswehr gibt es wieder Bestrebungen, eine eigenständige Militärjustiz zu etablieren..
Eine Collage aus Trickfilmsequenzen, Briefwechseln, originalen Bild- und Tondokumenten, Gesprächen mit Historikern und Textprojektionen lässt ein dichtes und bedrückendes Bild dieser Zeit lebendig werden.


Buch & Regie: Jörg Herrmann
Kamera: Michael Donnerhak
Schnitt: Nico Sandhoff
Animationen: Alexej Tchernyi, Robert Kriegel
Musik: Christian Kuzio


eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung im Kröpeliner Tor »Was damals Recht war…« – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht
(in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern)

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Montag, 12. Oktober

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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