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Meer. Natur. Inspiration.

© André Pristaff / Tourismus- und Kur GmbH Graal‑Müritz

Moorwanderung mit dem Infozentrum Wald & Moor

· 10:00 Uhr
Bushaltestelle beim Caféstübchen Witt

12.000 Jahre Naturgeschichte – auf 4 Kilometern.

Blaues Wasser zwischen Torfmoosbulten, Sonnentau im Gegenlicht, irgendwo das Quaken eines Moorfroschs. Das Ribnitzer Große Moor ist kein idyllischer Spazierwald – es ist ein Jahrtausende altes Ökosystem, das auf engstem Raum zeigt, was Natur ohne menschliche Überformung bedeutet.

Vor rund 12.000 Jahren entstand dieses Moor – eines der ältesten und artenreichsten Küstenmoore Norddeutschlands. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde hier maschinell Torf abgebaut, danach begann eine aufwendige Renaturierung. Heute beherbergt das Schutzgebiet eine Fülle seltener Arten: Sonnentau, Moosbeere, Gagelstrauch, Sumpfporst, Torfmoos und Königsfarn; dazu Moorfrosch, Kreuzotter und Kranich.

Erfahrene Wanderführer des Infozentrums nehmen mit auf eine rund 4 km lange Wanderung durch dieses außergewöhnliche Gelände – mit Erläuterungen zu Ökologie, Geschichte und den Arten, die hier unter extremen Bedingungen leben.

Treffpunkt: Bushaltestelle Müritz Ost (Caféstübchen Witt) 
Anmeldung: nicht erforderlich 
Strecke: 4,0 km | Dauer: ca. 2 Stunden 
Hinweis: Festes Schuhwerk erforderlich.

Adresse

Interaktive Karte mit MapLibre GL. OpenFreeMap © OpenMapTiles © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Ebenfalls am Donnerstag, 15. Oktober 2026

Veranstaltungsdaten: Informationsnetz Mecklenburg-Vorpommern Urlaub. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Veranstalter bzw. Ticketanbieter.

»Scheint mir das schönste Ostseefleckchen – hier will ich bleiben.«

Alfred Kerr (1867–1948)

Alfred Kerr, 1867 in Breslau geboren, war der berühmteste Theaterkritiker seiner Zeit. Von Berlin aus, wo er seit den 1890er Jahren schrieb und ab 1919 für das »Berliner Tageblatt« arbeitete, bestimmte er über Jahrzehnte, was auf den deutschen Bühnen galt. Seine Urteile waren gefürchtet, sein Stil unverwechselbar: knapp, geistreich, oft spöttisch. Als Gegner des Nationalsozialismus musste er 1933 Deutschland verlassen und lebte im Exil, zuletzt in London. Seine Tochter Judith Kerr wurde später mit Kinderbüchern wie »Als Hitler das rosa Kaninchen stahl« weltbekannt.

Nach Graal‑Müritz kam Kerr im Juni 1915, auf einer Radtour entlang der Küste. Der Ort, damals noch klein und weit verstreut zwischen Wald und Wasser, gefiel ihm auf Anhieb. In sein Notizbuch schrieb er, Graal liege »waldbegraben, an einer reinlich-frischen Brandung« und sage ihm »sofort zu« – für ihn »das schönste Ostseefleckchen«.

Mit diesem Urteil steht Kerr in einer Reihe von Schriftstellern, die das Seebad schätzten – unter ihnen Erich Kästner, Hans Fallada, Robert Musil und Franz Kafka, der hier 1923 seine letzte Lebensliebe Dora Diamant kennenlernte.


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