Hans Fallada - Biographie und Werk

Hans Fallada hieß eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen und wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Der Vater, Wilhelm Ditzen, war Richter, und seine Karriere führte die Familie in Falladas Kinder- und Jugendzeit von Greifswald über Berlin nach Leipzig. Trotz der hervorragenden gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen Rudolf Ditzen aufwächst, hat er als Kind und Jugendlicher keinen leichten Start ins Leben.
Über seine erste Gymnasialzeit schreibt er später: „In der Schule, oder, wie wir sie nur nannten, in der Penne, spielte ich zu jener Zeit eine höchst unselige Rolle. Ich ging auf das Prinz-Heinrichs-Gymnasium in der Grunewaldstraße, und das war damals ein sehr feines Gymnasium, womit gesagt werden soll, daß dort in der Hauptsache die Söhne von Offiziers- und Beamtenadel, auch von reichen Leuten die Schulbank drückten. Meine Eltern aber waren für äußerste Sparsamkeit, so kam es, daß ich, war eine Hose durchgerutscht, keine neue bekam, sondern daß meine Mutter ein paar handfeste Flicken in die arg verwundete setzte. Da sie nun aber oft keinen genau passenden Stoff hatte, so wurden ohne erhebliche Hemmung auch andere Stoffe dafür gewählt. Das ist nun gut fünfunddreißig Jahre her, und doch sehe ich die Hose des Unheils noch genau vor mir: es war eine dunkelblaue Bleyle-Hose, und mit grauen Flicken wurde sie geziert. Ach, über den Hohn und das Gespött, die mir diese Hose eingetragen hat! [...] Ich sehe mich da noch stehen, blaß, kränklich, verzweifelt, in meinem Mauerwinkel. Die ganze Penne freute sich ihrer Freiviertelstunde, mir war sie eine Qual. Immer atmete ich auf, wenn es wieder zum Unterricht läutete.“
Als Rudolf Ditzen 17 Jahre alt war, erkrankte er an Typhus, von dem er sich nur schwer erholte. Noch im selben Jahr unternahm er zwei Selbstmordversuche. Im Jahr darauf, 1911, ereignete sich die schwerwiegendste Begebenheit seiner Jugend: Am 17. Oktober inszenierte er mit seinem Freund Hanns Dietrich von Necker ein Pistolenduell, das von Anfang an als Doppelselbstmord geplant war. Von Necker starb, während Rudolf Ditzen schwer verletzt überlebte. Er wurde wegen Totschlags angeklagt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Nur wenige Jahre später schon kämpfte er - und das sollte sein Leben lang so bleiben - gegen eine massive Alkohol- und Morphinsucht. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges begannen Ditzens erste schriftstellerische Versuche, von Anfang an unter dem Pseudonym „Hans Fallada“. Er hat es zusammengesetzt aus zwei Märchen der Brüder Grimm: „Hans im Glück“ und der „Gänsemagd“, in der das sprechende Pferd „Falada“ die Wahrheit verkündet, bis die betrogene Prinzessin zu ihrem Recht kommt („O du Falada, da du hangest“).

Falladas erste beide Romane sind noch Misserfolge, doch dann gelingt ihm mit „Bauern, Bonzen und Bomben“ 1931 der Durchbruch. Und „Kleiner Mann- was nun?“, im Jahr darauf (1932) erschienen, verschafft ihm sogar weltweite Anerkennung und Erfolg.
Weitere berühmte Werke Hans Falladas:
  • Wer einmal aus dem Blechnapf frißt (1934)
  • Wolf unter Wölfen (1937)
  • Geschichten aus der Murkelei (1938)
  • Der eiserne Gustav (1938)
  • Kleiner Mann, Großer Mann – alles vertauscht (1939)
  • Damals bei uns daheim (1942)
  • Jeder stirbt für sich allein (1947)
  • Zwei zarte Lämmchen weiß wie Schnee (1948)
  • Der Trinker (1950)
  • Ein Mann will nach oben (1953)

1933 wurde Rudolf Ditzen von seinen Mietern denunziert, die angeblich ein „staatsfeindliches Gespräch“ belauscht hatten. Kurze Zeit verbrachte Ditzen daraufhin im Gefängnis. Diese Zeit bearbeitete er dann in „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“.

1944 wurde Rudolf Ditzens erste Ehe mit Anna Issel geschieden. Im Februar 1945 heiratet er die rund 30 Jahre jüngere Ursula Losch, die genau wie er mit Alkohol- und Drogenproblemen kämpft. Im Jahr darauf wird Rudolf Ditzen als schwer Abhängiger in die Nervenklinik der Berliner Charité eingewiesen, wo er noch innerhalb eines Monats den Roman „Jeder stirbt für sich allein“ schreibt. Am 5. Februar 1947 stirbt er an Herzversagen.

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