Pfingsten in Müritz 1923

Immer wieder zog es ihn an die Ostsee, immer wieder wollte er dem Zauber des Meeres erliegen, den er aus Kindheitstagen mit sich trug. Noch eine weitere Impression eines Besuches in Müritz haben wir von Erich Kästner: Pfingsten am Meer (1923).
„Vom Eisenbahnfenster sah ich das Meer noch einmal. Ein Badehaus. Struppige Dünen. - Da leuchtete irgendwo die Sonne auf. Wie ein Walpurgisfeuer rot und wild. Die Wolken, die den Horizont entlangritten, hatten purpurne Mantelsäume und hielten glühende Brände in den Fäusten. Das Meer zischte auf in Rot und Gold, in Violett und kristallenem Grün. Wie ein Schmelztiegel mit kochendem, zähem Guss! Wie der unermessliche Krater des Weltuntergangs!...Und dann ist das Meer versunken. Und die Landschaft ist plötzlich blass wie ein Pastell. Und die Luft ist sanft und graublau und leidenschaftslos geworden. Auf stumpfgrünen Wiesen kauen schmutziggraue Schafherden. [...] Dann gleiten Ruderboote stumm und schmal die Warnow hinunter. Die Türme Rostocks tauchen auf. Hinter blaugrünen Kiefern und dürrer Heide. Geduckt vor den treibenden Wolken, die durch den Himmel tanzen wie losgerissene ferne Inseln...„

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