Der Reisende

Erich Kästner war ein großer Reisender. Er liebte es, unterwegs zu sein: zu Fuß, mit dem Auto und vor allem immer wieder mit der Eisenbahn. „Ich fahre leidenschaftlich gern mit der Eisenbahn. Man legt in der Stunde sechzig Kilometer zurück, ohne nur einen Schritt zu gehen: Das ist der ideale Fall einer Leistung ohne Arbeit“, schreibt er 1923 in der Neuen Leipziger Zeitung. Oder:

„Du müsstest öfter reisen, sprach er zu sich selber. Nicht aus geographischen Erwägungen; nicht wegen irgendwelcher Fernsichten, Gletscher, Gemäldegalerien, Tropfsteinhöhlen und Ritterburgen. Du müsstest öfter reisen, um zuweilen nicht daheim zu sein. Nur unterwegs erfährt man das Gefühl märchenhafter Verwunschenheit. Nur der Fremdling ist einsam und fröhlich in einem!“

Und auch seinen großen und kleinen Lesern von „Emil und die drei Zwillinge“ (1934) erklärt er, wie schön es in der Fremde ist - und dafür müsse man gar nicht weit weg sein:
„Eigentlich wollte ich mit der Linie 177 nach Steglitz fahren. Nicht, dass ich in Steglitz etwas Besonderes zu erledigen gehabt hätte. Aber ich gehe gern in Stadtvierteln spazieren, die ich nicht kenne und in denen man mich nicht kennt. Ich bilde mir dann ein, ich sei irgendwo in der Fremde. Und wenn ich mich dann so richtig einsam und verlassen fühle, fahre ich rasch wieder heim und trinke in meiner Wohnung gemütlich Kaffee.“

Lesen Sie mehr:

  1. Erich Kästner - Der Reisende
  2. Der Sommer in Müritz 1914
  3. Pfingsten in Müritz 1923
  4. Emil und die Detektive in Müritz
  5. Biographie und Werk

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